Eberl & Lohmeyer Architekten

architekt-wesel

Wettbewerbe

1. Platz Wettbewerb Kirche und Gemeindezentrum Duisburg Vierlinden

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Städtebauliche Situation

Der Franz-Lenze-Platz ist das prägende städtebauliche Merkmal des Gemeindebezirkes. Sein heterogener Kontext bietet die Chance an zentraler Stelle ein Haus für die Gemeinde zu schaffen, welches über den Platz hinweg seine Funktion und Unterschiedlichkeit zu den umgebenen Zweckbauten signalisiert. Die Höhenentwicklung des Entwurfes orientiert sich an der Nutzung und am Blickwinkel der Passanten auf dem Platz, damit der wuchtige dahinter liegende Baukörper der Seniorenwohneinrichtung das kirchliche Gebäude nicht dominiert.

Architektur und Materialkonzept

04Die Architektursprache hebt sich deutlich von der Umgebung ab und macht die Funktion des Gebäudes ablesbar. Ein zurückhaltender Materialkanon bei den Fassaden bestehend aus hellem Sichtbeton, anthrazitgebranntem glattflächigen Ziegelklinkern und Putz nimmt die für Walsum typischen grau- gegerbten Putzoberflächen der Bergwerkswohnhäuser auf und verdeutlicht andererseits durch die klaren Strukturen und Oberflächen das Gemeindehaus.

Raumprogramm und innere Gestaltung

0305Die Umsetzung der heutigen Gemeindearbeit erfordert ein erlebbares Zentrum mit einem vielfältigen Nutzungsspektrum. Flexible behindertengerechte Räumlichkeiten, Sichtverbindungen zum Franz-Lenze-Platz. Das im Eingangsbereich liegende Gemeindebüro mit angegeliedertem Besprechungsraum gruppiert sich ebenso wie die Seniorenbegegnungsstätte, der Kirchsaal und die “kommunikative“ Küche um das Foyer. Der Kirchsaal samt Orgelbereich kann für sich durch variable Wandsysteme abgeschlossen für die regulären Gottesdienste genutzt werden. Für größere kirchliche Zusammenkünfte sind Kirchsaal, Foyer und Seniorenbegegnungsbereich zu verbinden und bieten somit circa 300 Besuchern Platz. Die hinter dem Altar liegende spiegelnde Wasserfläche ist durch Betonwandscheiben eingegrenzt und lässt nur geringe Einblicke von außen zu. Der Lichteinfall erfolgt von oben. Eine unerwünschte Blendung der Gottesdienstbesucher wird durch die Anordnung der Bauteile verhindert. Die Prinzipalstücke sollten wegen der unterschiedlichen Bestuhlungsmöglichkeit beweglich angeordnet sein. Der Kirchsaal soll durch seine Ausstrahlung mit dem Blick auf die Elemente Licht, Himmel und Wasser sowie die steinernen Wände ein Ort von Ruhe und Besinnlichkeit sein und den Gläubigen die Möglichkeit zum Rückzug aus dem hektischen Alltag bieten. Die größere Raumhöhe im Kirchsaal unterstreicht diesen Anspruch. Die innere Materialkonzeption hat eine nachhaltige und zeitgemäße Ausstrahlung, die Jung und Alt anspricht. Die Wandoberflächen sollen hell, maximal in lichtem betongrau erscheinen. Kontrast hierzu bieten helle Holzoberflächen z. B. in Ahorn oder gekalkter Eiche. Der Fußboden im Foyer und Kirchsaal sowie in den Fluren wird mit spaltrauh en Schieferplatten belegt. Dieses Material erinnert durch Oberflächenbeschaffenheit und Farbigkeit an den Bergbau, der Walsum- Vierlinden geprägt hat.

Resümee

06dsc00388webDie “Wünsche an das Haus“ und die besonderen Anforderungen an das zukünftige Gemeindeleben - auch im Hinblick auf die kirchliche Entwicklung - sind Basis des Entwurfes. Jung und Alt werden in den Räumen des neuen Hauses gerne verweilen. Die Räumlichkeiten bergen die Möglichkeit zu würdevollen Gottesdienstveranstaltungen, zum Treff in der Freizeit und zur Begegnung im Alter.